Verdauungsbeschwerden
Bauch und Nervensystem – wie viszerale Osteopathie bei Verdauungsproblemen unterstützen kann.
Das Wichtigste auf einen Blick
- 1Verdauung und Nervensystem sind eng über die Darm-Hirn-Achse verbunden
- 2Stress kann Verdauungsbeschwerden auslösen oder verstärken
- 3Viszerale Osteopathie arbeitet sanft an den inneren Organen und ihren Aufhängungen
- 4Bei anhaltenden Beschwerden ist eine ärztliche Abklärung wichtig
- 5Lebensstil, Ernährung und Stressmanagement spielen eine zentrale Rolle
Verdauung verstehen
Unser Verdauungssystem ist ein hochkomplexes System, das weit mehr leistet als nur Nahrung zu verarbeiten. Es ist eng mit unserem Nervensystem, Immunsystem und sogar unserer Psyche verbunden.
Verdauungsbeschwerden wie Blähungen, Verstopfung oder Reizdarm-Symptome sind extrem häufig – und oft funktionell bedingt. Das bedeutet: Es liegt keine organische Erkrankung vor, aber die Funktion ist gestört.
Aus osteopathischer Sicht können verschiedene Faktoren die Verdauung beeinflussen: Spannungen in den Organen selbst, eingeschränkte Beweglichkeit, ein überlastetes Nervensystem oder auch Probleme in der Wirbelsäule, die nervale Verbindungen zu den Organen beeinträchtigen.
Häufige Verdauungsbeschwerden
Bei folgenden funktionellen Beschwerden kann viszerale Osteopathie unterstützen:
Blähungen und Völlegefühl
Unangenehmes Aufgeblähtsein, oft nach dem Essen. Kann mit Nahrungsmittelunverträglichkeiten zusammenhängen.
Verstopfung (Obstipation)
Seltener oder erschwerter Stuhlgang. Oft durch Bewegungsmangel, zu wenig Flüssigkeit oder Stress bedingt.
Durchfall & wechselnder Stuhl
Häufig im Rahmen eines Reizdarmsyndroms. Wechsel zwischen Verstopfung und Durchfall.
Reizdarmsyndrom (RDS)
Wiederkehrende Bauchschmerzen mit veränderten Stuhlgewohnheiten ohne organische Ursache.
Sodbrennen & Reflux
Brennen hinter dem Brustbein, Aufstoßen. Kann mit Zwerchfellspannung zusammenhängen.
Nach Operationen
Verwachsungen und Narbengewebe können die Organbeweglichkeit einschränken.
Aus rechtlichen Gründen weisen wir darauf hin: Die hier beschriebenen osteopathischen Behandlungsansätze basieren auf Erfahrungswissen und werden ergänzend eingesetzt. Die Wirksamkeit ist wissenschaftlich nicht in allen Bereichen abschließend belegt. Ergebnisse können individuell variieren.
Stress und Darm – Die Darm-Hirn-Achse
„Ich habe ein ungutes Bauchgefühl" oder „Das schlägt mir auf den Magen" – diese Redewendungen kommen nicht von ungefähr. Darm und Gehirn kommunizieren ständig miteinander über die sogenannte Darm-Hirn-Achse.
Das vegetative Nervensystem steuert unsere Verdauung. Unter Stress (Sympathikus) wird die Verdauung heruntergefahren – der Körper bereitet sich auf Kampf oder Flucht vor. Nur im Entspannungsmodus (Parasympathikus) läuft die Verdauung optimal. Chronischer Stress führt daher häufig zu Verdauungsproblemen.
Nervus vagus
Der Ruhe-Nerv verbindet Gehirn und Darm direkt. Er steuert viele Verdauungsfunktionen und wird durch Entspannung aktiviert.
Enterisches Nervensystem
Der Darm hat sein eigenes Nervensystem mit über 100 Millionen Nervenzellen - daher der Begriff Bauchhirn.
Botenstoffe
95% des Serotonins (das Glückshormon) werden im Darm produziert. Die Darmgesundheit beeinflusst unsere Stimmung.
Mikrobiom
Die Darmflora kommuniziert mit dem Gehirn und beeinflusst Immunsystem, Stoffwechsel und sogar das Verhalten.
Viszerale Osteopathie
Die viszerale Osteopathie ist einer der drei Hauptbereiche der Osteopathie. Sie befasst sich mit den inneren Organen – ihren Eigenbewegungen, Aufhängungen und Verbindungen zu anderen Körperstrukturen.
Was wird behandelt?
- Magen und Darm
- Leber und Gallenblase
- Zwerchfell
- Bindegewebige Aufhängungen
- Nervale Versorgung (veg. NS)
Die Techniken
- Sehr sanfter Druck
- Lösen von Verklebungen
- Verbessern der Gleitfähigkeit
- Mobilisation der Organe
- Arbeit am Zwerchfell
Mehr erfahren: Eine detaillierte Beschreibung der viszeralen Techniken finden Sie in unserem Artikel zur viszeralen Osteopathie →
Ablauf der Behandlung
Eine osteopathische Behandlung bei Verdauungsbeschwerden umfasst:
Ausführliche Anamnese
Gespräch über Ihre Beschwerden, Ernährungsgewohnheiten, Stresslevel, Medikamente und bisherige Untersuchungen.
Ganzkörperliche Untersuchung
Abtasten des Bauchraums, Überprüfung der Organbeweglichkeit, Untersuchung von Wirbelsäule und Zwerchfell.
Viszerale Behandlung
Sanfte Techniken an den Organen und ihren bindegewebigen Aufhängungen zur Verbesserung der Mobilität.
Begleitende Behandlung
Arbeit an Zwerchfell, Wirbelsäule und vegetativem Nervensystem für eine ganzheitliche Wirkung.
Selbsthilfe-Tipps
Neben der osteopathischen Behandlung können Sie Ihre Verdauung durch Lebensstiländerungen unterstützen:
- 1Regelmäßige Mahlzeiten in Ruhe einnehmen – nicht nebenbei
- 2Gründlich kauen – die Verdauung beginnt im Mund
- 3Ausreichend trinken (1,5-2 Liter Wasser oder Tee täglich)
- 4Ballaststoffreiche Ernährung mit Gemüse, Obst und Vollkorn
- 5Regelmäßige Bewegung – fördert die Darmperistaltik
- 6Stress reduzieren: Entspannungstechniken, Pausen, Schlaf
- 7Bauch-Selbstmassage im Uhrzeigersinn
- 8Bei Unverträglichkeiten: Ernährungstagebuch führen
Wann zum Arzt?
Bei folgenden Symptomen sollten Sie zeitnah einen Arzt aufsuchen:
Warnsignale („Red Flags")
- !Blut im Stuhl oder schwarzer Stuhl
- !Ungewollter Gewichtsverlust
- !Anhaltende Schmerzen, die schlimmer werden
- !Fieber zusammen mit Bauchschmerzen
- !Erbrechen von Blut
- !Völlige Stuhlverhaltung (kein Stuhl und keine Winde)
- !Neu aufgetretene Beschwerden über 50 Jahren
Häufige Fragen zu Verdauungsbeschwerden und Osteopathie
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