Migräne
Mehr als nur Kopfschmerzen – wie Osteopathie bei Migräne ergänzend unterstützen kann.
Wichtiger Hinweis
Migräne ist eine neurologische Erkrankung. Osteopathie kann begleitend unterstützen, ersetzt aber keine neurologische Diagnostik und Behandlung. Bei Migräne sollte immer ein Arzt konsultiert werden.
Das Wichtigste auf einen Blick
- 1Migräne ist eine neurologische Erkrankung – Osteopathie ersetzt keine ärztliche Behandlung
- 2Osteopathie kann als ergänzende Therapie Spannungen im Kopf-Nacken-Bereich lösen
- 3Viele Migräne-Patienten haben begleitende Verspannungen, die behandelt werden können
- 4Die Identifikation und Vermeidung von Triggern ist ein wichtiger Teil der Migräne-Prophylaxe
- 5Regelmäßigkeit (Schlaf, Mahlzeiten, Bewegung) kann Migräneattacken reduzieren
Was ist Migräne?
Migräne ist weit mehr als „nur" starke Kopfschmerzen – sie ist eine komplexe neurologische Erkrankung, die etwa 10-15% der Bevölkerung betrifft, Frauen häufiger als Männer.
Typisch für Migräne ist der einseitige, pulsierende Kopfschmerz, der sich durch körperliche Aktivität verschlimmert. Begleitsymptome wie Übelkeit, Erbrechen, Licht- und Lärmempfindlichkeit machen den Alltag während einer Attacke oft unmöglich.
Die genauen Ursachen sind noch nicht vollständig verstanden. Man geht heute davon aus, dass es sich um eine Störung der Reizverarbeitung im Gehirn handelt, bei der verschiedene Botenstoffe (insbesondere CGRP) eine Rolle spielen.
Symptome & Phasen einer Migräneattacke
Eine Migräneattacke verläuft typischerweise in mehreren Phasen:
1. Prodromalphase
Stunden bis Tage vor der Attacke: Stimmungsschwankungen, Heißhunger, Müdigkeit oder Konzentrationsprobleme.
2. Aura (bei 20-30%)
Sehstörungen (Flimmern, Zickzacklinien), Kribbeln, Sprachstörungen. Dauert meist 20-60 Minuten.
3. Kopfschmerzphase
Starke, oft einseitige, pulsierende Kopfschmerzen. Übelkeit, Licht- und Lärmempfindlichkeit. 4-72 Stunden.
4. Postdromalphase
Nach der Attacke: Erschöpfung, Konzentrationsprobleme, langsame Erholung über Stunden bis Tage.
Auslöser (Trigger)
Migräneattacken werden oft durch bestimmte Faktoren ausgelöst. Diese zu kennen und zu meiden kann helfen, Attacken zu reduzieren:
Stress & Entspannung
Sowohl Stress selbst als auch der plötzliche Übergang zur Entspannung (Wochenendmigräne).
Hormone
Menstruationszyklus, hormonelle Verhütung – viele Frauen erleben zyklusabhängige Migräne.
Reizüberflutung
Grelles Licht, Lärm, starke Gerüche, Bildschirmarbeit ohne Pausen.
Schlafveränderungen
Zu wenig Schlaf, zu viel Schlaf, unregelmäßige Schlafzeiten.
Ernährung
Alkohol (v.a. Rotwein), Käse, Schokolade, Koffeinentzug, unregelmäßige Mahlzeiten.
Wetter
Wetterumschwünge, Föhn, Druckveränderungen – bei einigen Betroffenen ein Faktor.
Tipp: Ein Migräne-Tagebuch hilft, persönliche Trigger zu identifizieren. Notieren Sie Schlaf, Ernährung, Stress, Wetter und Attacken über mehrere Wochen.
Der osteopathische Ansatz
Osteopathie kann Migräne nicht heilen – aber sie kann als ergänzende Therapie einen wertvollen Beitrag leisten. Viele Migräne-Patienten haben begleitende muskuläre Verspannungen, Bewegungseinschränkungen in der Halswirbelsäule oder Kieferprobleme.
Die osteopathische Behandlung bei Migräne zielt nicht auf die Migräne selbst, sondern auf begleitende Faktoren: Wir lösen Verspannungen im Nacken, behandeln Bewegungseinschränkungen in der HWS, arbeiten am Kiefergelenk und fördern über craniosakrale Techniken die Entspannung des Nervensystems.
Aus rechtlichen Gründen weisen wir darauf hin: Die hier beschriebenen osteopathischen Behandlungsansätze basieren auf Erfahrungswissen und werden ergänzend eingesetzt. Die Wirksamkeit ist wissenschaftlich nicht in allen Bereichen abschließend belegt. Ergebnisse können individuell variieren.
Wie Osteopathie unterstützen kann
Folgende Aspekte können osteopathisch adressiert werden:
Lösen von Nackenverspannungen
Viele Migräne-Patienten haben begleitende Verspannungen der Nackenmuskulatur, die die Schmerzwahrnehmung beeinflussen können.
Behandlung der Halswirbelsäule
Bewegungseinschränkungen in der oberen HWS können zu einer erhöhten Empfindlichkeit des Nervensystems beitragen.
Craniosakrale Techniken
Sanfte Techniken am Schädel können das autonome Nervensystem positiv beeinflussen und Entspannung fördern.
Kieferbehandlung bei CMD
Kieferprobleme und Zähneknirschen können Migräne triggern – hier setzt die Behandlung des Kiefergelenks an.
Ergänzende Maßnahmen & Prävention
Neben der medizinischen Behandlung können Sie selbst viel tun, um Migräneattacken zu reduzieren:
- 1Regelmäßiger Schlaf-Wach-Rhythmus – auch am Wochenende
- 2Regelmäßige Mahlzeiten – nicht hungern, ausreichend trinken
- 3Moderate, regelmäßige Ausdauerbewegung (z.B. Walken, Schwimmen)
- 4Stressmanagement und Entspannungstechniken lernen
- 5Führen eines Migräne-Tagebuchs zur Trigger-Identifikation
- 6Progressive Muskelentspannung nach Jacobson
- 7Bildschirmarbeit mit regelmäßigen Pausen
Wichtige Hinweise
Wann zum Neurologen?
- Erstmalige starke Kopfschmerzen
- Veränderung des gewohnten Musters
- Mehr als 3-4 Attacken pro Monat
- Aura-Symptome (Sehstörungen etc.)
- Zunehmender Schmerzmittelbedarf
Sofort zum Arzt/Notarzt
- Plötzlicher, schwerster Kopfschmerz
- Neurologische Ausfälle (Lähmungen)
- Bewusstseinsstörungen
- Fieber und steifer Nacken
- Kopfschmerz nach Sturz/Unfall
Häufige Fragen zu Migräne und Osteopathie
Kommentare (0)
Vorteile für registrierte Mitglieder
- ✓ Kommentare werden sofort veröffentlicht
- ✓ Antworten auf Ihre Kommentare
- ✓ Mitglied-Badge zeigt Ihre Vertrauenswürdigkeit
Migräne begleitend behandeln
Vereinbaren Sie einen Termin und erfahren Sie, wie osteopathische Behandlung Ihre Migräne-Therapie ergänzen kann.