Techniken

    Craniosakrale Osteopathie

    Sehr sanfte Techniken am Schädel, Kreuzbein und der verbindenden Wirbelsäule

    Was ist Craniosakrale Osteopathie?

    Die craniosakrale Osteopathie arbeitet mit dem sogenannten craniosakralen System – der funktionellen Einheit aus Schädel (Cranium), Wirbelsäule und Kreuzbein (Sakrum). Diese Strukturen sind durch die Hirn- und Rückenmarkshäute (Meningen) miteinander verbunden.

    Die Techniken sind außerordentlich sanft – der Druck entspricht etwa dem Gewicht einer kleinen Münze. Dennoch können tiefgreifende Veränderungen im Körper angestoßen werden.

    Die craniosakrale Osteopathie wurde maßgeblich von William Garner Sutherland, einem Schüler von A.T. Still, entwickelt. Später trugen John Upledger und andere zur Verbreitung bei.

    Wirkprinzip

    Osteopathen sprechen von einem craniosakralen Rhythmus – einer subtilen, rhythmischen Bewegung, die sich im ganzen Körper zeigt. Dieser Rhythmus wird mit der Produktion und Zirkulation der Gehirn- und Rückenmarksflüssigkeit (Liquor) in Verbindung gebracht.

    Mit geschulten Händen kann dieser Rhythmus ertastet werden. Störungen oder Einschränkungen können wahrgenommen und durch sanfte Techniken behandelt werden.

    Techniken und Methoden

    CV4-Technik

    Eine klassische Technik am Hinterhaupt, die beruhigend wirkt und den craniosakralen Rhythmus beeinflusst.

    Suturen-Techniken

    Sanfte Techniken an den Schädelnähten zur Verbesserung der Mobilität zwischen den Schädelknochen.

    Durale Techniken

    Behandlung der Hirn- und Rückenmarkshäute, die sich vom Schädel bis zum Kreuzbein erstrecken.

    Sakrale Techniken

    Behandlung des Kreuzbeins und seiner Verbindung zur Wirbelsäule und zum Becken.

    Anwendungsgebiete

    Diese Technik wird häufig eingesetzt bei:

    Kopfschmerzen und Migräne
    Kiefergelenksbeschwerden (CMD)
    Stress und Erschöpfung
    Schlafprobleme
    Nach Kopfverletzungen
    Schwindel und Tinnitus
    Säuglingsbehandlung
    Chronische Schmerzsyndrome

    Kontraindikationen

    • • Akute Hirnblutungen oder Schlaganfall
    • • Hirndruckerhöhung
    • • Frische Schädelfrakturen
    • • Akute Hirnentzündungen

    Wissenschaftliche Evidenz

    Die wissenschaftliche Diskussion über die Existenz und Messbarkeit des craniosakralen Rhythmus ist noch nicht abgeschlossen. Während einige Studien positive Effekte bei Kopfschmerzen und Stress zeigen, ist die Evidenzlage insgesamt noch begrenzt.

    Viele Patienten berichten jedoch von deutlichen subjektiven Verbesserungen, besonders bei stressbedingten Beschwerden und Kopfschmerzen.

    Mehr zur Studienlage

    Häufige Fragen

    Ist craniosakrale Osteopathie das gleiche wie Craniosacral-Therapie?

    Nicht ganz. Craniosakrale Osteopathie ist ein Teilbereich der Osteopathie und wird von ausgebildeten Osteopathen praktiziert. Craniosacral-Therapie hat sich davon abgeleitet und wird auch von anderen Therapeuten angeboten.

    Spürt man bei der Behandlung überhaupt etwas?

    Das ist sehr individuell. Manche Menschen beschreiben ein Gefühl von Wärme, Entspannung oder subtiler Bewegung. Andere bemerken während der Behandlung wenig, erleben aber danach Veränderungen.

    Warum ist diese Technik so sanft?

    Das Nervensystem reagiert besonders gut auf sanfte, nicht-bedrohliche Reize. Die Feinfühligkeit ermöglicht es, subtile Spannungsmuster wahrzunehmen und zu behandeln.

    Hinweis: Die wissenschaftliche Diskussion zu einzelnen osteopathischen Techniken ist nicht abgeschlossen. Die Angaben basieren auf osteopathischer Lehrmeinung und klinischer Erfahrung.

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